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Start Neuigkeiten 24 Stunden Dienst

Bewährungsprobe für die Feuerwehr-Jugend

Den Alltag von Berufsfeuerwehrleuten selbst einmal nachempfinden konnten kürzlich 15 Mädchen und Jungen  der Meininger Jugendfeuerwehr. 24 Stunden lang  hatten die Nachwuchs-Floriansjünger nämlich „Dienst“  im Feuerwehrgerätehaus.

Was im Sommer 2009 zunächst als „Versuchsballon“ gestartet worden war, erlebte letztes Wochenende nunmehr seine vierte Auflage: Der 24-Stunden-Dienst der Jugendfeuerwehr.  Zwar üben die Mädchen und Jungen regelmäßig den Löschangriff und alles was dazu gehört, nehmen an Wettkämpfen teil und sind auch sonst immer emsig bei der Sache, doch sich in einer realistischen Situation zu bewähren, ist etwas anderes. Und genau diese Situation wollte Stadtjugendfeuerwehrwart Olaf Linser mit seinen Jugendgruppenleitern authentisch inszenieren. 24-Stunden-Dienst  in einer Berufsfeuerwehr –dieses Szenario erforderte zunächst aber eine gründliche Vorbereitung. Natürlich wurden auch Stadtbrandmeister Michael Friedrich, sein Stellvertreter Uwe Kunze und weitere erfahrene Kameraden der Einsatzabteilung mit ins Boot geholt.

Spannende Aktionen

Vor den 15 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr standen erlebnisreiche Stunden. Sichtlich aufgeregt erwarteten sie den Beginn dieser spannenden Aktion. Bürgermeister Fabian Giesder ließ es sich nicht nehmen, dieses etwas andere Ferien-Freizeit-Projekt persönlich zu eröffnen. Er erwähnte gegenüberden Mädchen und Jungen, welch verantwortungsvolle Aufgabe sie übernehmen. Zwar sei das alles jetzt nur ein Spiel, doch schon in wenigen Jahren könnte daraus für den einen oder anderen Realität werden, meinte er. „Für euch ist das ein kleines Abenteuer, hinter dem aber auch ein gewisser Ernst steckt.  Ich halte das für eine gute Idee und es wird sicher eine besondere Erfahrung für euch sein. Deshalb gilt mein Dank auch all jenen, die das ermöglichen“, wandte er sich auch an die Einsatzkräfte und die Eltern, ohne deren Unterstützung eine solche Aktion gar nicht möglich wäre.Nach der Schlüsselübergabe für die erforderlichen Einsatzfahrzeuge, darunter natürlich auch ein Tanklöschfahrzeug, konnte der 24-Stunden-Dienst beginnen.

Ein Bereitschaftstag in einer Berufsfeuerwehr sollte simuliert werden - mit normalem Dienstablauf, Ausbildung, Mahlzeiten, Nachtruhe und selbstverständlichverschiedenen Einsätzen. Aber auch der Spaßfaktor war einkalkuliert.

„Anliegen dieses Projektes ist, unsere Jugendfeuerwehrmitglieder unter Beachtung der für sie gültigen Unfallverhütungsverordnung (UVV) mit dem Alltag der Feuerwehr vertraut zu machen. Es ist quasi ein Training zur Förderung von Teamfähigkeit, dem Abrufen von Erlerntem, selbstständigem Erkennen von Gefahrensituationen und richtigem Verhalten am Einsatzort", umriss Olaf Linser die Aufgabenstellung.

Authentisches Szenario

Die Mädchen und Jungen - alle im Alter zwischen 10 und 16 Jahren - wussten allerdings nicht, was auf sie zukommt. Zunächst einmal bauten sie ihr Nachtlager im Schulungsraum auf und freuten sich schon auf das Abendbrot. Da schrillte um 18.20 Uhr erstmals die Alarmglocke im Gerätehaus und aus der dort extra eingerichteten Leitstelle kam die Einsatzalarmierung: Brand einer Gartenlaube im Märtensgraben.

Vor Ort  hatten Kameraden der Einsatzabteilung den dort stationierten Brandcontainer

der Meininger Feuerwehr entsprechend präpariert und alles vorbereitet. Als die „Berufsfeuerwehr“ am Einsatzort eintraf, schlugen meterhohe Flammen aus der „Gartenlaube“. Jetzt mussten die Mädchen und Jungen zeigen, was sie gelernt haben und tatsächlich klappte alles sehr gut.  Die Schlauchleitung war rasch aufgebaut und in wenigen Minuten konnten die Flammen unter dem Wasserstrahl erstickt werden.

Doch das sollte nicht der einzige Einsatz bleiben. Zur späteren Abendstunde wurde erneut Alarm ausgelöst. Eine Person war als  vermisst gemeldet worden und musste im Englischen Garten gesucht werden. Hier kam erschwerend hinzu, dass es mittlerweile schon recht dunkel war. Suchschweinwerfer wurden eingesetzt und bereits nach zehn Minuten war die vermisste Person gefunden. Nach diesen aufregenden Stunden hatte man sich natürlich viel zu erzählen und ans Einschlafen war so schnell nicht zu denken. Doch am nächsten Morgen hieß es schon wieder: Einsatz für die Berufsfeuerwehr. Ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person erforderte  schnelles Handeln. Hier ging es nicht nur darum, den im Fahrzeug eingeklemmten Verletzten zu befreien. Es musste die Beleuchtung aufgebaut werden und auslaufender Kraftstoff war mit den entsprechenden Hilfsmitteln zu beseitigen.

Kurze Zeit später ging schon wieder ein Notruf ein. Dieses Mal war es eine Katze, die von einem Dach gerettet werden musste. Auch hier mussten die Jugendlichen ihr Wissen und Können vorschriftsmäßig anwenden. Dazu gehörte die Eigensicherung, aber auch der richtige Umgang mit verschreckten und verängstigten Tieren. Das Mittagessen hatte man sich  dann redlich verdient. Doch die Verschnaufpause dauerte nicht lange, denn schon ging es zum nächsten Einsatz. In Dreißigacker brannte ein Gebäude. Personen wurden noch darin vermutet und mussten gerettet werden, während zeitgleich mit der Brandbekämpfung begonnen wurde.

„Entschärfte“  Masken

Bei diesem „Einsatz“ war auch Atemschutztechnik erforderlich. In diesem besonderen Fall kamen natürlich nur „entschärfte“ Atemschutzmasken zum Einsatz. Für die Mädchen und Jungen erwies sich  das allerdings trotzdem als eine ganz besondere Erfahrung.  Einige von ihnen gelangten da durchaus an ihre Leistungsgrenzen, denn die stark vernebelten Räume erschwerten das Ganze zusätzlich. Selbstverständlich wurde die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen zu keiner Zeit außer Acht gelassen.

Gefragt war zudem das Wissen aus den Erste-Hilfe-Lehrgängen. Eine der aus dem Gebäude geretteten Personen musste nämlich reanimiert werden, die andere wurde mit Erstmaßnahmen versorgt, bevor sie Notarzt und Rettungsdienst übergeben werden konnten.

Für die 15 Mädchen und Jungen waren es auf jeden Fall aufregende 24 Stunden.  Auch wenn es nur ein Spiel war in diesem Fall – die Spielregeln haben alle sehr ernst genommen. Und ganz sicher haben sie viel gelernt in diesen 24 Stunden. Stadtjugendfeuerwehrwart Olaf Linser zeigte sich jedenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieses besonderen Ferienfreizeit-Projektes der Meininger Feuerwehr und der Feuerwehrnachwuchs würde das Ganze am liebsten gleich noch mal wiederholen.

Text und Bilder: Karla Banz

 

Bilder

EroeffnungFeuerLoescheinsatzMaskenRettungWasser Marsch

 

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